Aus Fehlern Lernen
Nicht nur in Produktionsprozessen oder bei der internen Kommunikation, überall können Menschen Fehler unterlaufen. Das Lernen des Kleinkinds besteht daraus, fehlerhafte Abfolgen so oft zu wiederholen, bis es fehlerfrei klappt. Das läßt sich unter Erwachsenen nicht in gleicher Weise fortsetzen. Wir sind zur Fehleranalyse fähig. Bevor wir also zur Wiederholung ansetzen, haben wird die Möglichkeit, Ursachenforschung zu betreiben und dann beim nächsten Versuch systematische Fehlervermeidung zu üben. Eine Organisation erreicht dann ihr höchstes Potential, wenn sie einen einmal gemachten Fehler zuläßt, um das in ihm liegende Lernpotential voll auszuschöpfen. Nicht der Fehler ist schlimm, erst wenn er verleugnet oder übersehen wird, und somit die Gefahr wächst, dass er wiederholt wird, droht die Katastrophe. Nicht “wer war das?” ist die vorrangige Frage, sondern “wie konnte es dazu kommen, was hat das begünstigt und welche Vorteile lagen in der gewählten, aber nachträglich oder grundsätzlich als fehlerhaft angesehenen Vorgehensweise?” Mit diesen Fragestellungen sollte das ganze kreative Potential von “Fehlern” ausgeschöpft werden. Gelegentlich liegt in einem Fehler bei offener Wahrnehmung sogar eine nützliche Erfindung.
Fehler – also letztlich Abweichungen – sind zu begrüßen, wo wir die Möglichkeit wahrnehmen, aus ihnen zu lernen. Diese Art von “Fehlerfreundlichkeit” läßt den Fehlerquotienten am ehesten sinken ! Risikokommunikation leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Fehler sind allerdings nicht dazu da, sich zu wiederholen oder zu noch schlimmeren Fehlern zu führen. Diese Gefahr wird aber durch “Fehlertabuisierung” verstärkt.
Ein derartiger Umgang mit Abweichungen führt zu einer lernfähigen und damit äußerst anpassungsfähigen und wettbewerbsfähigen Struktur. Sie macht gleichzeitig externes Whistleblowing völlig überflüssig und hilft somit, die mit externem Whistleblowing verbundenen Risiken zu vermeiden. Sie ist damit Grundlage unseres Beratungsansatzes.

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