Konfliktlotsen

In einer Whistleblowing Situation kommt es oft zu einer raschen Eskalation eines Personalkonflikts, der Abteilungen oder ganze Organisationen ruinieren kann. Schnell heißt es dann: das Kind ist in den Brunnen gefallen, wir können und wollen nicht mehr miteinander reden, hier kann es nur noch um eine gerichtliche Auseinandersetzung gehen. Für die meisten dieser Fälle können wir dennoch eine Unterstützung durch einen Mediator oder Konfliktlotsen zur Wiederherstellung der internen Kommunikationsfähigkeit und Regelung der Konflikte dringend empfehlen.

Denn die Beteiligten unterschätzen häufig die Folgeschäden, d.h. die damit verbundenen persönlichen und materiellen Kosten. Die damit im Zusammenhang stehenden Fragen hat RA Rohde-Liebenau in einer Reihe von Publikationen untersucht. Es geht um Fragen wie Reputation, Glaubwürdigkeit, Loyalität, aber auch Prozesskosten, Manager- und Mitarbeiterstunden (eher -Tage und -Wochen) für die Begleitung der Verfahren und der Beseitigung der Schäden, ggf. auch Abfindungen etc. Selbst ohne hohe Folgeschäden ist im quasi einfachsten denkbaren Fall von einem Gefährdungspotential im mittleren fünf-stelligen Bereich auszugehen, in komplexeren Fällen wird es meist eher um einen effektiv messbaren Schaden zwischen 300.000 und einigen Millionen Euro gehen – das wie gesagt, wenn alle konventionellen juristischen Mittel ergriffen werden, “um den Schaden gering zu halten.”

Dem Thema Mediation wird ein eigener Bereich dieser Präsentation gewidmet, den Sie durch einen Klick im Kopfbereich dieser Seite erreichen. Hier wird daher nur kurz dargestellt, warum es sich lohnt, derartige Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nach der hier vertretenen Auffassung ist die Grundlage der Whistleblowing Problematik eine Störung im Bereich der internen Risikokommunikation. In den meisten dieser Fälle wird also die interne Risikokommunikation verbesserungsbedürftig sein. Daneben schafft externes Whistleblowing, selbst bevorstehendes oder befürchtetes, aber besonders natürlich tatsächlich eingetretenes, eine Eskalation defizitärer, als Konflikt wahrgenommener Kommunikation. Im asiatischen Kulturbereich würde man zudem von “Gesichtsverlust” sprechen. Das erschwert es den Beteiligten, über die bis dahin schon bestehenden Schwierigkeiten hinaus, erfolgreich miteinander zu kommunizieren.

Ein Konfliktlotse hilft nun einer größeren Zahl von Beteiligten (etwa einer ganzen Abteilung oder einem Unternehmensbereich) den Kern des Konflikts zu erkennen und die Kommunikationsfähigkeit wiederherzustellen. Der Ansatz des Konfliktlotsen ist ähnlich der Mediation, steht aber auch dem Coaching nahe.

Die Mediation (dazu mehr im gesonderten Bereich) ist ein strukturiertes Verfahren, in dem zwei oder mehr Konfliktbeteiligte von einem all-parteilichen Dritten unterstützt werden, ihre Interessen bestmöglich zu verwirklichen, die Ursachen ihres Konfliktes konstruktiv zu bearbeiten und einen Modus Vivendi für die Zukunft zu finden. Dabei übernimmt der Mediator die Verantwortung für die Fairness des Verfahrens, während die Parteien für das Ergebnis verantwortlich bleiben. Die Grundidee der Mediation geht davon aus, dass alle Beteiligten kompetent und autark genug sind, selbst einen Weg zur Bearbeitung (nicht zwingend Lösung !) ihres Konfliktes zu finden. Die auf dieser Grundlage selbst gefundene Lösung ist einer von außen diktierten Lösung vorzuziehen, weil sie weniger Konfliktstoff auf dem Tisch läßt und eine bessere Ausgangsbasis für eine (zwangsläufig) gemeinsame Zukunft bildet.

RA Rohde-Liebenau ist seit mehr als 15 Jahren in diesem Bereich tätig. Er ist vom Bundesverband für Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA) als Mediator lizenziert und verfügt über ein Diplom als European Master in Mediation vom IUKB, Sion. Neben der Wirtschaftsmediation im allgemeinen verfügt er besondere Kenntnisse über Mediation in internationalen und interkulturellen Zusammenhängen wie auch in der Online Mediation.